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| Hitzler | |||||||||||
Fachliche Schwerpunkte Allgemeine Soziologie Verstehende Soziologie Modernisierung als Handlungsproblem Methoden der explorativ-interpretativen Sozialforschung Eine Art 'wissenschaftliches Selbstporträt'
1. Allgemeine Soziologie Grundsätzlich geht es mir weniger um die Frage, wie sich individuelle Verhaltensweisen aus sozialen Bedingungen erklären lassen (obwohl ich dies für die die Soziologie als Fach legitimierende Grundfrage schlechthin halte), als darum, wie Gesellschaft aus den Perspektiven von Akteuren erscheint, also wie diese Situationen definieren und Handlungsprobleme bewältigen – oder auch nicht. Diese Grundposition schlägt nicht zuletzt auch durch auf mein, wesentlich zusammen mit Anne Honer entwickeltes, Empirie- bzw. Methodenkonzept und müsste – jedenfalls der Idee nach – auch jenseits der im engeren Sinne einschlägigen Texte, d. h. ‚eigentlich’ in allen meinen Schriften (mehr oder weniger deutlich) erkennbar sein. 2. Soziologische Theorie Durch Thomas Luckmann akademisch sozialisiert in der Tradition einer weberianisch-schützianischen sinnverstehenden Soziologie und ‚irritiert’ durch Hartmut Essers schützianische SEU-Variante des Rational-Choice-Ansatzes, verfolge ich, in anhaltender Auseinandersetzung mit der von Hans-Georg Soeffner ausgehenden hermeneutischen Wissenssoziologie, die Entwicklung einer sozusagen ‚existentialistischen’ Situations- bzw. einer ‚dämonologischen’ Inszenierungstheorie, die von Erving Goffman ebenso beeinflusst ist wie von Helmuth Plessner und Niccolo Machiavelli. Diese Theorieentwicklung betreibe ich vor allem im Hinblick auf handlungstheoretische Neubestimmungen sozialer Phänomene. Dabei geht es mir weniger um eine ‚empirisch begründete Theoriebildung’ als vielmehr um eine empirisch animierte Theoriearbeit. 3. Kultursoziologie Wissenschaftssozialisatorisch sensibilisiert gegenüber nicht-modernen Kulturräumen bin ich im Sinne der von Arnold Gehlen, Friedrich Tenbruck und vor allem von Thomas Luckmann verwendeten ‚einfachen’ Gesellschaftstypologie. Generell bestimme ich divergente Kulturen (auch – und empirisch v.a. – sozusagen ‚intrakulturell’) über die Formel „Kultur (im allgemeinsten Sinne) ist das Wissen darüber, was wer wann wie und warum zu tun und zu lassen hat“. Im Hinblick auf die Unterschiede in diesem komplexen Wissensbestand erkennen wir eine Vielzahl manifester und vor allem latenter Kulturdifferenzen und -konflikte im sozio-kulturellen Gesamtraum zumindest moderner Gesellschaften. 4. Modernisierungsphänomene Stark beeinflusst durch die Zeitdiagnosen von Ulrich Beck und Peter Gross arbeite ich analytisch am Problem der (alltäglichen) Bewältigung von Bedingungen der Pluralisierung, Individualisierung und Multioptionalisierung – d.h. an der immer eklatanter werdenden ‚strukturellen Verpflichtung’ darauf, sein Leben ohne verlässliche Vorgaben (Anweisungen, Auflagen) aus (tradierten) sozial-moralischen Milieus zu bewältigen, an der damit einhergehenden Zunahme existentieller Verunsicherungen und an der sich infolgedessen verstärkenden ‚Sehnsucht nach Gemeinschaft’ – genauer: nach solchen Formen der Vergemeinschaftung, die das dergestalt sehnsüchtige Subjekt gleichwohl nicht zu (mehr oder minder persistenten) Denk- und Verhaltensweisen zu verpflichten scheinen, sondern dieses ‚lediglich’ (mehr oder minder permanent) dazu verführen. |
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